re: leben in der heutigen zivilisation
Freitag, den 30. September 2005eine antwort auf einen zivilisationskritischen beitrag
ja, das leben in der heutigen zivilisation ... ist nicht der mensch ein wunderbares wesen? frei - so frei, dass er und sie bald tun und lassen kann, was sie wollen? frei - so frei, sich in den spielchen des alltags für lange zeit - fast scheint es für immer - zu verlieren, und den wahren ursprung vergessend ... doch die zeiten, die welten, sie rufen uns zu: da ist mehr, als du auf deinem "kleinen spielbrett" sehen und wahrnehmen kannst. die zeiten und die welten, sie machen sich an jeder ecke so bemerkbar, wie schon seit jahrhunderten nicht mehr: am helllichten tage haben wir visionen, mitten im frieden ereilt uns eine welle, freunde verschwinden im nichts, verwandte melden sich aus dem jenseits und rufen uns zu: vergeude deine zeit nicht, zersplittere sie nicht in stunden vor bildschirmen, in der tretmühle deines erfolgsorientierten strebens! am helllichten tage, mitten im verkehr, da können wir plötzlich spüren: gottes hand, die uns auf die andere spur lenken möchte - wenn wir es wollen. sanfter druck - auch wenn er manchmal sich hart anfühlt, wenn wir im krankenhaus erwachen und nicht mehr genau wissen, was und wo es uns geschehen ist ... am abend und in der nacht, wenn wir schlaflos liegen, und nicht wissen, warum der schlaf uns nicht in die wohltuende bewußtlosigkeit entläßt, wenn die gedanken rasen ... die gedanken - das ist alles, was wir gelernt haben, und so denken wir, und denken, wie wir aus dieser situation entfliehen können ... ja, die gedanken, die die welt aufteilen in kleine und kleinste splitter, die unterscheiden und vergleichen, die bewerten und messen, die uns weiß machen wollen, was wir nicht sind, und was wir sein sollten, diesen gedanken hängen wir nach, und nach, und nach ... da hilft keine moral und kein system, das uns versucht, das "richtige leben" beizubringen und schmackhaft zu machen ... da hilft kein berater und kein buch, das uns erklärt, wie wir das "wahre leben" finden und leben können ... da hilft nur eins: uns selbst zuzuhören, die stimme zu hören, die wir so lange unterdrückt und nicht zugelassen haben ... da hilft nur dies: die gewalt, mit der wir in uns drin unser wahres wesen versteckt und vor der welt abgekapselt haben, diese gewalt zu beenden - einfach zu beenden ... es klingt einfacher, als es für manchen ist, so sehr sind wir gewohnt, den hart gewordenen strukturen unseres verstandes ausgeliefert zu sein - ihn als das maß aller dinge anerkannt zu haben ... so sehr sind wir es gewohnt, dass wir uns gar nicht vorstellen können, ohne sein geschnatter, ohne seine urteile über uns selbst zu leben ... ist es nicht so, wie sich menschen, die jahrzehntelang am land lebten, einfach nicht richtig vorstellen können, wie es ist, auf einem schiff zu leben? ohne den festen grund unter den füßen? ausgeliefert dem wässrigen element, dem immer beweglichen, leben spendenden, aber auch gewaltigen, ach, so gewaltigen strömen der meere …. ??? ein großer schritt für die meisten, der angst macht, furcht weckt. und selbst, wenn einer fest beschließt, nun sein leben zu ändern: sein verstand - er lacht sich eins, und erklärt ihm immer wieder, “das ist einfach unfug, nur ich gebe dir den festen halt, den du hier im leben benötigst, nur ich - da ist doch sonst keiner, oder siehst du noch jemanden?” und wir sehen tatsächlich niemanden, denn das, was uns zum inneren und äußeren frieden in der welt führen wird - unweigerlich - man sieht es nicht so leicht, “es ist für das auge unsichtbar” … ihr wisst, wovon ich spreche: die kraft des herzens in jedem einzelnen von euch, wenn sie erwacht, und sei es nur ein wenig, dann beginnt die große verwandlung, und der verstand erschöpft sich über kurz oder lang in rückzugsgefechten … die kraft der herzen, die in so vielen menschen heute erwacht, sie fließen zusammen, sie fühlen zusammen, nicht dumpf und dumm-machend, nein in vollem bewußtsein und mit klarheit … und von dort aus, von dem punkt der bewußtheit und der klarheit, von dort aus werden die herzen den frieden schaffen, im einzelnen menschen, von wo aus er sich ausbreitet, unweigerlich und unaufhaltsam über die völker der erde, hin zu allen wesen hier und im rest des universums … mit liebe, peter-seth, 30. september 2005