die puzzleteile
Donnerstag, den 21. September 2006ich traf eine frau,
ich liebte sie,
und ich fühlte mich plötzlich
ganz und vollständig,
wie ein puzzleteil,
das plötzlich das einzig passende
andere puzzleteil
gefunden hatte,
sich mit ihm zusammen
auf das b(r;))ett legte,
und es entstand
ein harmonisch ganzes.
die gefühle,
die dieses geschehen begleiteten,
erlebte ich als “liebe”.
es sind sehr, sehr starke gefühle,
sie verstärken sich
sozusagen
mit der menge der ein-
und ausbuchtungen,
die hier passend zusammen kommen …
mit der menge der dinge,
die du an dir zuvor als mangel erlebtest,
die der andere ausgleicht,
und mit der menge der dinge,
die du dem anderen bringst,
um seinen gefühlten mangel
zu beheben.
es verging eine zeit,
und ich merkte irgendwann,
dass ich, dass mein puzzleteil,
sich veränderte,
verformte,
wachsen oder schrumpfen wollte …
und damit passte es nicht mehr
so perfekt wie anfangs
zu jenem andern teil.
erst ist das nicht weiter tragisch,
man passt sich an,
“man kann den himmel eben nicht immer haben” …
und die veränderungen dieser art
gehen ja gewöhnlich langsam einher …
doch irgendwann werden die lücken,
die überlappungen,
die ganz anderen richtungen
so augenfällig,
dass das bewußtsein
sie nicht mehr ignorieren kann …
…
…
…
dann - ich empfand mich selbst
schon ein wenig mehr balanciert
als ehedem -
traf ich auf einen menschen …
und - merkwürdig wars -
ich fühlte liebe,
doch sie kam mir gar nicht so vor,
wie die “liebe”, die ich kannte …
ich war verwirrt,
denn ein teil in mir
wartete auf jenes
“große gefühl der liebe”,
das entsteht unter anderm
aus der befriedigung
der “passenden puzzleteile” …
was geschah hier?
jene frau war ebenso
in einer inneren balance …
und als mir das wurde bewußt,
da konnt ich auch unsre puzzleteile sehen:
sie waren beide waren rund
und elastisch,
keine festen, starren grenzen und formen,
keine beschränkenden
ein- oder ausbuchtungen,
die zueinander
die ersehnte ergänzung bilden würden,
und doch konnten beide
fallweise, wann immer angebracht
und von uns gewollt,
hier ein ausstülpung,
dort eine hohlform bilden,
die perfekt zusammen passten,
und dann wieder
zur eiform wurden,
um ein andermal
eine andere ineinander
sich ergänzende form zu bilden …
die gefühle, die ich dadurch erlebe,
sind sehr verschieden
von der oben genannten “liebe”,
mir wollen sie vorkommen
wie die wahre liebe,
auf einen partner bezogen …
es ist, wie es ist, sagt die liebe
(und nicht: ich liebe, was zu mir paßt)
mit liebe von mir
PS: eine ähnliche “betrachtung” zum angrenzenden thema “beziehungen in der alten/neuen energie” findest du hier.